TERMINE

12.09.2019  Ortsgruppentreffen

21.09.2019  Arbeitseinsatz, Treffpunkt: Streuobstwiese ab 9.30 Uhr

10.10.2019  Ortsgruppentreffen

19.10.2019  Arbeitseinsatz, Treffpunkt: Streuobstwiese ab 9.30 Uhr

12.11.2019  Vortrag: Insekten retten. Rathaus Hude, 19.30 Uhr, Eintritt frei. Nähere Informationen unter Aktivitäten

14.11.2019  Ortsgruppentreffen

12.12.2019  Ortsgruppentreffen

Unsere Ortsgruppentreffen finden statt in der Klosterschänke Hude, v.-Witzleben-Allee 3, 27798 Hude, Beginn 20.00 Uhr. 

 


AKTUELL

  1. Blühstreifenprojekt der Gemeinde Hude, Stellungnahme der NABU-Ortsgruppe Hude
  2. Aktion:  Mein Freund, der Baum!
  3. Vortrag:  Sechs Maßnahmen für einen insektenfreundlichen Garten, 12.11.2019

Blühstreifenprojekt der Gemeinde Hude

Stellungnahme der NABU-Ortsgruppe Hude        

 

Im Jahr 2018 legte die Gemeinde Hude auf Antrag der SPD-Fraktion ein Projekt zum Insektenschutz in Form von Blühstreifen auf. Das Ziel sollte ausdrücklich der Schutz der bedrohten Insekten sein, dafür wurden 10.000€ freigegeben, die über den Landvolkverband überwiegend an Landwirte ausgezahlt wurden. Seitens der Gemeinde gab es für die ausführenden Betriebe, Landwirte und Privatleute keinerlei naturschutzfachliche Begleitung. Leider sind aufgrund dieser Tatsache viele Fehler gemacht worden, weswegen das Ziel des Insektenschutzes nicht erreicht werden konnte. Zwar bemühte sich der Landvolkverband noch um fachkundige Beratung, allerdings war das Zeitfenster bis zum Aussaat-Termin viel zu kurz, um umfassende Informationen einzuholen. Leider wurden auch nach mehreren Beratungsangeboten seitens des NABU im Jahr 2019 die gleichen Fehler wieder gemacht.

 

Der NABU Hude kritisiert das Blühstreifenprojekt der Gemeinde Hude aus folgenden Gründen: 

 

1.        Keinerlei naturschutzfachliche Regelungen

Es gibt keinerlei naturschutzfachliche Regelungen, was bei der Anlage von Blühstreifen zu beachten ist (Lage, Größe, Abstandsregelungen bezüglich Pflanzenschutzmitteln, Vernetzung etc.).

 

2.     Keine Verwendung von Regio-Saatgut

Alle Insekten haben ein Larvenstadium (z.B. die Raupen der Schmetterlinge) und diese Larven benötigen ganz bestimmte Pflanzen, an denen sie fressen und sich entwickeln können. Da nützen tolle Blüten nichts, wenn die Raupe nichts zu fressen findet. Darüber hinaus sind auch Wildbienen häufig auf ganz bestimmte, regional vorkommende Pflanzen angewiesen, um dort Nektar und Pollen zu sammeln  (monolektische Wildbienenarten). Diese Arten sind in der Regel besonders stark bedroht.

 

Heimische Insekten sind seit Jahrtausenden an unsere heimische Pflanzenwelt angepasst, daher ist es essentiell, regional erzeugtes Saatgut aus heimischen Pflanzen zu verwenden, das auch die richtigen Futterpflanzen in ihrer regionalen Ausprägung für Larven und Adulte zur Verfügung stellt (z.B. Hornklee-Arten für den Gemeinen Bläuling).

 

Darüber hinaus kann eine Aussaat von nicht-heimischen Arten in der freien Landschaft zu Problemen führen, wenn diese Pflanzen sich dauerhaft ansiedeln und heimische Arten verdrängen (vgl. die Diskussion um Invasive Arten). Die genaue Artenzusammensetzung von sogenannten „Blumenwiesen“- Samenmischungen ist meist nicht bekannt. 

 

 

 

3.   Keine Mehrjährigkeit

Das Blühstreifenprojekt der Gemeinde Hude sieht keine mehrjährig angelegten Blühstreifen vor, bzw. gibt keinerlei Anreize dafür. Viele Insekten überwintern als Puppe oder Larve an ihren Futterpflanzen, im Wurzelbereich oder im Boden. Sollte es also gelungen sein, auch ohne Regio-Saatgut Insekten anzulocken, die sich erfolgreich vermehrt haben und nun in die Winterruhe gehen, so wurden diese Tiere im vergangenen Jahr im Herbst einfach mit untergepflügt. Also eher eine „Insektentötung“ als Insektenschutz. Auch Arten, die einen mehrjährigen Entwicklungszyklus haben, haben auf den Blühflächen in der Gemeinde Hude keine Chance zu überleben.

All dies sind keine neuen Erkenntnisse, sondern auf entsprechenden fachlichen Ebenen schon lange bekannte Tatsachen, daher sind auch die Regelungen im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen für Landwirte deutlich anspruchsvoller, als das von der Gemeinde Hude aufgelegte Programm. Aber so, wie es aktuell in Hude läuft, können diese Maßnahmen Insekten nicht nachhaltig schützen und fördern.

 

Dann sollte die Gemeinde Hude die im Haushalt für Insektenschutz vorgesehenen Mittel besser in die entsprechende Entwicklung der Gemeinde-eigenen Flächen investieren, für den Bereich Landwirtschaft gibt es die bestehenden und fachlich guten Agrarumweltprogramme bereits. Die NABU-Ortsgruppe hat mehrfach fachliche Unterstützung auf verschiedenen Ebenen angeboten, leider wurde dieses Angebot noch nicht angenommen. Bei einer Sitzung des Gemeinde-Umweltausschusses, bei dem wir auf die Schwachpunkte des Programms hingewiesen und diese erläutert haben, sagte der Bürgermeister (Zitat): „Naja, und wenn es so alles nichts bringt, dann hat es doch wenigstens schön geblüht.“

 

Das kann nicht der Weisheit letzter Satz sein! Wenn die Gemeinde Wert darauf legt, in ihrem Bemühen um nachhaltigen Naturschutz erst genommen zu werden, dann muss für das kommende Jahr frühzeitig ein runder Tisch gebildet werden, um geeignete Flächen und eine gute Vernetzung mehrjährig zu erreichen und um dann frühzeitig Regio-Saatgut zu bestellen. Dieses kann man sehr wohl für das Auge mit blühenden Pflanzen, wie z.B. Mohn etwas „aufhübschen“ – ohne sich der Gefahr invasiver Neophyten auszusetzen.

 

NABU-Ortsgruppe Hude, Kerstin Fischer, 20.08.2019

 

Lest hierzu auch folgende Artikel:

Von wegen Agrarwende

https://www.nabu.de/news/2019/08/26781.html

Alarmstufe Rot für unsere Landnutzung

https://www.nabu.de/news/2019/08/26816.html

 

 



Aktion:  Mein Freund, der Baum!

 

Warum die Erhaltung der alten Bäume in Hude so wichtig ist, das möchten wir gerne einmal in den Fokus rücken. Denn wir dürfen nicht vergessen: unsere Bäume sind zugleich auch unsere „grüne Lunge“ – sie sind sauerstoffproduzierende Kohlenstoffspeicher, die Staub und Partikel aus der Luft filtern. Sie sind Lebensraum für viele Tiere und zugleich eine schattenspendende Futterquelle. Daher sammeln wir Fotos oder Geschichten von Menschen, die einen stattlichen, prachtvollen alten Baum auf oder an ihrem Grundstück haben. Interessante Huder Baum-Geschichten werden eventuell auch in der NWZ veröffentlicht.

 

Bitte per Mail einsenden an info@nabu-hude

 

Die ersten Beiträge von Huder Bürgern haben uns bereits erreicht.

Wir freuen uns über die gute Resonanz und werden bald ausführlich berichten.

Fotos: Kurt Werner, Dr. Günter Alfs


Vortrag: Sechs Maßnahmen für einen insektenfreundlichen Garten

Sie erfahren viel Neues über Insekten und auch, wie der eigene Garten zu einem Refugium werden kann. Welche Arten sind im Garten zu finden, welche Pflanzen,  Strukturen, Nisthilfen sind hilfreich, um die Artenvielfalt zu fördern? Das Projekt Insekten retten! ist eine Projekt der NABU Stiftung Oldenburgisches Naturerbe und wird gefördert von der Niedersächsischen BINGO-Umweltstiftung und dem Landkreis Oldenburg. Der Vortrag wird organisiert vom Naturbündnis Hasbruch (NABU Hude, NABU Ganderkesee, Hasbruch-Gesellschaft, regioVHS). Veranstaltungsort: Rathaus Hude, 12.11.2019, 19:30 h. Eintritt frei. (Foto: NABU Ingo Heymer)