Amphibienschutzzäune 2026

Temperatursprung und Regen machen Molchen, Fröschen und Kröten Beine

Wenn nach dem Winter die Temperaturen steigen und die Nächte feucht sind, machen sich Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Den Wetterbericht stetig im Blick haben spontan Freitag engagierte kleine und große Naturschützer:innen des NABU Hude noch bei Minus-Temperaturen und Schnee den Zaun am Friedwald aufgebaut. Mit Erfolg! Das Tauwetter, die steigenden Temperaturen und der einsetzende Regen lockt die Amphibien aus ihren Winterquartieren. Die ersten Tiere sind unterwegs. Danke für euer unermüdliches Engagement. 🐸

 


Zum Start in die Amphibiensaison möchte der NLWKN auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen,

mit dem sich sicherlich schon einige von Euch auseinandergesetzt haben.

Im südlichen Landkreis Osnabrück an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen wurde im August des letzten Jahres bei einem Feuersalamander eine Infektion mit dem Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal), nun auch in Niedersachsen, nachgewiesen. Dies ist ein hochinfektiöser Pilz, der heimische Schwanzlurche wie den Feuersalamander befällt und zu schweren Hautläsionen und oft zum Tod führt, weshalb er auch „Salamanderpest“ genannt wird. In den Niederlanden und Belgien hat der Pilz innerhalb weniger Jahre nachweislich bereits zum Aussterben ganzer Populationen des Feuersalamanders in Freiheit geführt.

Die Übertragungswege von Bsal sind divers. Ein bedeutender Vektor bei der Verbreitung ist jedoch der Mensch, beispielsweise durch den Transport von kontaminierten Arbeitsgeräten, Schuhprofilen oder Fahrzeugen. Auch Amphibienzäune könnten darüber hinaus eine bedeutende Rolle bei der Ausbreitung dieses Erregers zwischen und innerhalb von Populationen spielen. Bei Krankheiten ist eine schnelle Reaktion wichtig und Prävention ist zuweilen besser als Behandlung. Deshalb sind auch Sie als Akteur:innen in den Gebieten gefragt entsprechende Präventionsmaßnahmen bei Ihrer Arbeit zu beachten und durchzuführen. Hierbei ist hervorzuheben, dass bei allen Arbeiten in Gebieten in denen Schwanzlurche vorkommen könnten, die nachfolgenden Präventionsmaßnahmen zu befolgen sind.

Verhinderung der Übertragung des Krankheitserregers zwischen Standorten bzw. Populationen:

•Vor Wechsel zwischen zwei Standorten/Populationen Schuhwerk und Equipment (Eimer, Fallen, Kescher, etc.) gründlich bereits vor Ort von grobem Schmutz reinigen. Hierfür haben sich grobe Schuhbürsten und die Verwendung von Leitungswasser bewährt. Im Anschluss sollte am Schuhwerk und Equipment kein Dreck mehr sichtbar sein.

•Bei unmittelbarem Ortswechsel, z.B. am selben Tag/Abend ist eine zweite Ausrüstung zu verwenden.

•Nitrilhandschuhe (kein Latex, da dies negativ auf Amphibien wirken kann) tragen und Wechsel nach Handhabung eines Individuums.

 •Genutztes Equipment von Dreck vollständig befreien, gründlich mit mindestens 70-prozentigem Alkohol desinfizieren und anschließend gut mit Leitungswasser abspülen.

Grundsätzliches:

•Fassen Sie die Tiere nur wenn unbedingt notwendig an, manipulieren Sie nicht und entnehmen Sie nicht.

•Bei der Infektion mit Bsal handelt es sich um eine nach dem Tiergesundheitsrecht der Europäischen Union zu meldende Tierseuche. Bitte melden Sie daher Beobachtungen von Amphibien mit Hautveränderungen inkl. detaillierter Fotos, dem Datum, Ort (Koordinaten) an das für den Fundorts örtlich zuständige Veterinäramt und auch dem NLWKN.

 


Amphibienschutzzäune 2025

Wir haben’s (wieder) geschafft! 🐸💚

Hallo zusammen,

es ist mal wieder so weit: Eine harte, kalte, zu trockene unermüdliche – kurz: untypische Krötensaison liegt hinter uns. Und auch wenn wir jetzt erst mal durchatmen und durchzählen (Kröten wie Helfer), bleibt vor allem eins: Ein riesengroßes DANKESCHÖN an euch alle!

Ohne euren Einsatz wäre das alles nicht möglich gewesen – wirklich nicht. Manche Tage haben sich angefühlt wie der Dschungelcamp-Dreh in Norddeutschland, aber ihr wart da. Mit Gummistiefeln, Stirnlampe und Herz.  Wir freuen uns schon aufs nächste Mal – mit mehr Regen, Wärme, mehr Krötenhumor und hoffentlich genauso viel Herz. 💚 

Amphibienschutzzäune 2024

Betreuung der Amphibienschutzzäune beendet

Eine nicht ganz gewöhnliche Wandersaison der Amphibien ist zu Ende. Ich bedanke mich für die vielen Unterstützer:innen, die mal wieder dazu beigetragen haben, dass wir diese Saison an den Schutzzäunen und Wanderstrecken insgesamt 2.319 Amphibien bei ihrer gefährlichen Wanderung begleiten konnten. Ich danke der UNB, Frau Belkin und der LEB, Herrn Thieß mit Team, für das Aufstellen des Schutzzaunes am Grenzweg.  Auch der Gemeinde Hude, Herrn Skatulla und Herrn Schulze, gebührt Dank, da sie rasch und unkompliziert für eine Sperrung des Ladillenweges gesorgt haben. Hier sind wir vom großen Kröten-Vorkommen überrascht worden. (Danke auch Olaf und Jessica K. für die Betreuung der Absperrungen). Am Friedwald gilt mein besonderer Dank Claudia + Bernd, die den “Kröten-Dienst“ unter der Woche übernommen hatten. Auch der Nachbarschaft am Königsweg unter Leitung von Nadia+Nils gilt mein Dank! Es ist toll, dass Ihr alle dabei seid!  Besonders bedanken möchte ich mich bei Moritz, Jessica L. und Melanie für die Aktion: wir stellen die Zäune Friedwald und Grenzweg stabiler auf. Danke auch unserer jüngsten “Aktivistin“  Isabel… Du warst toll und ich würde mich freuen, wenn Du mit deiner Mutter Christine in der nächsten Saison wieder dabei bist. Stolz bin ich auch auf das “adhoc-Abbau-Unscharfstell-Team“ Julia H.,  Melanie + Ulrike, das war rekordverdächtig! Dem ganzen Team: Tomma, Julia T., Julia H., Christiane, Christine, Isabel, Olaf, Melanie,  Jessica L. mit Moritz, Jessica K., Bernd, Claudia, Florian, Stefanie! Vielen Dank für die Unterstützung!  Helmut

Alle Ergebnise werden eingetragen in Datenbank HerpetoMap, die Fachplattform zur Meldung von Amphibien- und Reptilienvorkommen in Niedersachsen und beim NLWKN  im Niedersächsisches Webbasiertes Artenerfassungs-Portal – NIWAP.  


Amphibienschutzzäune 2023

2023

Eine starke Truppe: Jugendfeuerwehr und NABU 

18.02.2023    Es geht los: Die ersten wandernden Amphibien machen sich bereits auf den Weg zu ihren Paarungsgewässern. Bei Nachttemperaturen von plus fünf Grad Celsius und mehr kommen Frösche, Kröten und Molche in Hochzeitsstimmung. „Erst recht in Kombination mit der feuchten Witterung ist dies das Startsignal für viele unserer heimischen Amphibien“ erklärt Helmut Brüggemann, Amphibienexperte des NABU Hude „daher wurde der Aufbau unserer Krötenzäune, wie eigentlich in jedem Jahr, relativ kurzfristig notwendig.“

 

In diesem Jahr erhielt das NABU-Team beim Zaunaufbau am Grenzweg Hilfe und Unterstützung von engagierten Leuten, die eins besonders gut können: anpacken. Die Gemeindejugendfeuerwehr Hude war Samstagmorgen, pünktlich um 10 Uhr zur Stelle mit 2 Mannschaftswagen, einer Menge notwendiger Gerätschaften und einer kleinen, wasserfest verpackten Truppe, die sich umgehend an die Arbeit machte. Da wurde geharkt, gebuddelt und gehämmert, die Arbeit erforderte tatsächlich viel  Kraft und eine gute Portion Ausdauer, bis alle 25 Eimer eingebuddelt waren und der 800 m lange Zaun am Grenzweg wind- und wetterfest verankert stand. Gemeindejugendfeuerwehrwart Reinke Peters, der mit Jens Neemann (Jugendfeuerwehrwart) Rene Lange (Betreuer) und den Jugendlichen Paul Richter, Johanna Richter, Jason Semitschow, Malte Göpfert, Kian Schmidt so kurzfristig angerückt war, freute sich, den NABU bei dieser Arbeit unterstützen zu können. „Hätten wir mehr Vorlauf gehabt, wären noch mehr Leute dabei gewesen“, so Peters. 

 

„Bei diesem Projekt hatten wir ja das erste Mal Unterstützung von der Jugendfeuerwehr“ so Brüggemann „umso mehr haben wir uns über die recht spontane Unterstützung gefreut. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit dieser zuverlässigen Truppe zusammen zu arbeiten und wir können uns gut vorstellen, dass diese Zusammenarbeit ausbaufähig ist."



Amphibienschutzzäune 2022

1.978 Amphibien zum Laichgewässer getragen

Wir betreuen drei Zäune: Königstraße/Ecke RiekerswegLinteler Straße/Friedwald sowie einen Zaun am Grenzweg in Hemmelsberg. Der Aufbau der Zäune erfolgte in diesem Jahr recht früh, als im Februar die Temperaturen anstiegen. Unermüdlich, zuverlässig und sorgfältig arbeitete das Krötenteam an allen drei Zäunen in den frühen Morgenstunden und zu nachtschlafenden Zeiten, bei (wenig Sonne), aber bei viel Sturm und Regen. Die Saison war sehr lang und sehr zeitintensiv, da das Wetter recht lange „Laich-unfreundlich“ war, zu kalt oder zu trocken. Doch: die Arbeit hat sich gelohnt. Insgesamt waren es 1.978 Amphibien, die von NABU-Helfer:innen sicher über die teilweise vielbefahrenen Straßen geleitet wurden.

 

Alle Tiere werden erfasst, die Ergebnisse werden eingetragen in Datenbank HerpetoMap, die Fachplattform zur Meldung von Amphibien- und Reptilienvorkommen in Niedersachsen und beim NLWKN  im Niedersächsisches Webbasiertes Artenerfassungs-Portal – NIWAP.

 

Ein besonderer Dank geht an Bürgermeister Herrn Jörg Skatulla, der sich kurzfristig für das Beschaffen von Verkehrsschildern „Krötenwanderung“ eingesetzt hat. Diese wurden –ebenso spontan- am Grenzweg aufgestellt vom Team des Kommunalservice Hude/Ganderkesee (Zweckverband). Auch hier ein DANKE an alle, die daran mitgewirkt haben. Auch den Landesforsten, namentlich Revierförster Marcus Hoffmann und Jann Onno Mumme Naturdienstleistungen danke ich für die Unterstützung am Friedwald und am Grenzweg, auch den freundlichen Waldarbeitern, die unser Schutzzäune sehr schonend behandelt haben.

 

 

 

 

 

Amphibienschutzzäune 2021

 

Der dritte Amphibienschutzzaun steht!

1.249 Amphibien zum Laichgewässer getragen

 

Das Team der Ortsgruppe Hude ist Hinweisen von besorgten Bürgern nachgegangen und hat die Amphibien-Wanderroute an der Königstraße sowie am Grenzweg in Hemmelsberg überprüft. Schon vor der Hauptwanderzeit wurden dort über 50 überfahrene Tiere auf den Straßen gezählt.

 

Daher freuen wir uns umso mehr, dass es uns noch rechtzeitig vor der Hauptwanderung gelungen ist, zwei weitere Amphibien-schutzzäune erwerben und installieren zu können. In einer außergewöhnlichen Blitzaktion und dank spontaner,  unbürokratischer und finanzieller Unterstützung konnten die neuen Krötenzäune in den vergangenen Tagen  aufgestellt werden.

 

Ein neuer,  500m langer Amphibienleitzaun wurde uns über Rüdiger Wohlers, dem stellvertretenden Pressesprecher NABU Niedersachsen vermittelt und beschafft. Dank seiner guten Kontakte zum LBV in Bayern wurde die schnelle Lieferung des Zaunes  möglich gemacht. Finanziert wurde er von der NABU-Stiftung Oldenburgisches Naturerbe Danke Rüdiger.

 

Ein herzliches Dankeschön auch an den Landkreis Oldenburg (Amt für Naturschutz und Landschaftspflege), Frau Lanfermann und Frau Wolfrath, die uns leihweise einen 300 m langen Amphibienleitzaun zur Verfügung gestellt und darüber hinaus die Kosten für die notwendige Ersatzteilbeschaffung übernommen haben. 

 

So stehen nun noch zeitlich passend vor der Hauptwander-Saison neben dem altbewährten Schutzzaun am Friedwald die beiden neuen Zäune an der Königstraße/Riekersweg stadtauswärts sowie am Grenzweg in Hemmelsberg. Viele tatkräftige ehrenamtliche kleine und große Helfer:innen kümmern sich um die Betreuung der Zäune. 

 

Leider war es so kurzfristig nicht möglich, dass die Gemeinde Hude ergänzend zu diesen Schutzmaßnahmen Verkehrsschilder aufstellt, die auf vermehrte Krötenwanderung aufmerksam machen. Das wäre aber eine notwendige Ergänzung unserer Bemühungen und wünschenswert für die nächste Krötensaison.

 

Ergebnisse:

Mai 2021. Die ehrenamtliche Arbeit, die in diesem Jahr rund acht Wochen in Anspruch nahm, hat sich gelohnt. Insgesamt zählte das NABU-Team 1249 Amphibien. Kröten, Grasfrösche und auch Molche, die sicher über die Straße zu ihrem Laichgewässer getragen wurden.

 

Alle Tiere werden erfasst, die Ergebnisse werden eingetragen in Datenbank HerpetoMap, die Fachplattform zur Meldung von Amphibien- und Reptilienvorkommen in Niedersachsen und beim NLWKN  im Niedersächsisches Webbasiertes Artenerfassungs-Portal – NIWAP.